Warum die genannten „Mehrkosten“ nicht realistisch sind
Die aktuell kursierenden hohen Zahlen zu angeblichen „Mehrkosten“ beim Erhalt der Platanen beruhen auf unrealistischen und extrem unwahrscheinlichen Annahmen. Hier wird klar vom Worst-Case-Szenario ausgegangen – obwohl dieser Fall in der Praxis äußerst unwahrscheinlich ist.
1. Fachliche Einschätzung: Eine komplette Neuplanung ist nicht notwendig
Eine rechtliche und fachliche Bewertung bestätigt eindeutig:
➡️ Der Erhalt der Platanen ist eine normale Planungsanpassung innerhalb der bestehenden Planung.
➡️ Änderungen dieser Art werden über einen üblichen Nachtrag abgewickelt – dafür ist kein Neubeginn bei null erforderlich.
➡️ Die HOAI sieht solche Anpassungen ausdrücklich vor, ohne dass die Planung vollständig neu erstellt werden muss.
Die hohen Summen tun jedoch so, als müsste ab Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung) alles noch einmal komplett neu erarbeitet werden.
Doch:
Warum sollte das so sein?
Wir ändern nicht den gesamten Marktplatz, wir verwerfen nicht das Konzept, wir bauen nicht die Struktur um.
Wir sprechen lediglich davon,
👉 vier bestehende, gesunde Bäume zu erhalten,
anstatt sie zu entfernen und durch neue zu ersetzen.
Das ist kein neuer Entwurf – das ist eine Anpassung.
2. Was beim Erhalt der Platanen an Kosten sogar wegfällt
Beim Erhalt der Bäume entstehen nicht nur keine übermäßigen Zusatzkosten – vielmehr fallen Kosten weg, die im aktuellen Entwurf sicher anfallen würden:
❌ kein Ausgraben und Versetzen der Platanen
❌ keine Anschaffung neuer Amberbäume
❌ keine Pflegekosten für junge, empfindliche Neupflanzungen
❌ keine Leitungsverlegung unter den Bäumen, weil die Leitungen gar nicht angetastet werden müssen
Diese Elemente sind im aktuellen Entwurf vorgesehen, im Bürgerentscheid-Modell jedoch nicht notwendig.
3. Leitungen müssen bei Erhalt der Platanen überhaupt nicht verlegt werden
Ein Kostenpunkt in der aktuellen Argumentation betrifft angeblich notwendige Leitungsverlegungen.
Doch:
➡️ Wenn die Platanen bleiben, müssen die Leitungen nicht angefasst werden.
➡️ Sie können einfach dort bleiben, wo sie heute sind.
➡️ Das reduziert Planungs- und Baukosten – statt sie zu erhöhen.
4. Selbst wenn ein Architekt abspringen würde – die Stadt verliert nichts
Dieses Argument wird immer wieder bemüht – ist aber fachlich falsch.
Nach HOAI und Vertragsrecht gilt:
➡️ Die Stadt behält die Nutzungsrechte an allen bisherigen Plänen.
➡️ Das heißt: Keine Arbeit geht verloren.
➡️ Ein anderes Büro kann die vorhandene Planung übernehmen.
➡️ Ein Architektenwechsel ist möglich und kein Drama
Die Behauptung, dass dann alles „noch einmal komplett neu“ beginnen müsste, ist nicht nachvollziehbar.
5. Die hohen Zahlen wirken konstruiert – nicht sachlich begründet
Die aktuell genannten „Mehrkosten“ gehen offenbar davon aus:
dass der Architekt abspringt
dass die komplette Planung bei Null startet
dass alle Leitungen verlegt werden müssen
dass ab Leistungsphase 3 alle Pläne neu erstellt werden müssen
dass der gesamte Marktplatz neu durchdacht werden muss
➡️ Keiner dieser Punkte ist realistisch oder fachlich begründbar.
➡️ Der Erhalt der Platanen ist eine Teiländerung, keine Grundsatzentscheidung über den gesamten Marktplatz.
Die Kostenabschätzung sollte sich auf faktische Mehraufwände beziehen – nicht auf hypothetische Worst-Case-Kettenreaktionen.
Fazit: Der Erhalt der Platanen ist finanziell nicht das Problem.
Wenn man nüchtern auf die Fakten blickt:
✔️ Es braucht keine Grundsatz-Neuplanung
✔️ Es entstehen keine sechsstelligen Zusatzkosten
✔️ Es fallen sogar klar benennbare Kostenpunkte weg
✔️ Leitungen müssen nicht verlegt werden
✔️ Plananpassungen sind üblich, effizient und rechtlich abgesichert
