🌳 Marktplatzsanierung Gerolzhofen
– Warum Sichtachsen wichtiger sein sollen als vier gewachsene Platanen
In der aktuellen Planung zur Marktplatzsanierung spielt das Münchner Architekturbüro realgrün eine zentrale Rolle. Dieses Büro hat den Wettbewerb damals gewonnen – allerdings ohne die Vorgabe, dass die bestehenden Platanen erhalten bleiben sollen. Genau das ist einer der wichtigsten Gründe, warum die Bäume nun überhaupt zur Disposition stehen.
Was bedeutet das konkret?
In den bisherigen Entwürfen von realgrün wurden die Platanen am Brunnen entfernt, weil der Entwurf eine „offene Sichtachse“ auf den Brunnen vorsieht – insbesondere aus Richtung Wilder Mann und Spitalstraße.
Mit anderen Worten:
👉 Die freie Blickrichtung auf den Brunnen wurde höher bewertet als der Erhalt der vier gesunden, klimaaktiven Platanen.
Das wurde in mehreren Stadtratssitzungen ausdrücklich so benannt. Auch Änderungsanträge, die den Erhalt der Platanen vorsahen, wurden mit Verweis auf diese Sichtachsen abgelehnt – verbunden mit der Aussage, dass das Architekturbüro die Planung sonst nicht weiterführen würde.
🌿 Aber müssen Sichtachsen wirklich wichtiger sein als funktionierende Natur?
Hier stellt sich eine grundlegende Frage:
Was macht den Marktplatz eigentlich lebenswert?
Ein freier Blick auf einen Brunnen – oder vier große Bäume, die Schatten, Abkühlung und Aufenthaltsqualität schaffen?
Gerade in Zeiten zunehmender Hitzeperioden ist es schwer nachvollziehbar, warum ein ästhetisches Konzept aus München so starr angewendet werden soll, dass dafür funktionierende Stadtbäume weichen müssen.
💡 Architektur ist gestaltbar – Natur wächst jahrzehntelang
Planung ist immer ein dynamischer Prozess. Auch der Stadtrat hat mehrfach betont, dass es möglich ist, Entwürfe anzupassen. Dennoch wurde die Leitidee des Architekturbüros – freie Sichtachsen – bisher über den Erhalt bewährter Natur gestellt.
Dabei wird der Eindruck vermittelt, eine Änderung sei „unmöglich“ oder „extrem teuer“ – obwohl diese Annahmen weder geprüft noch transparent belegt wurden.
🔍 Einseitige Prioritäten – und wenig Flexibilität
Dass das Büro realgrün offenbar nicht bereit ist, die Planung mit den bestehenden Platanen weiterzuführen, wirft Fragen auf:
- Warum werden Sichtachsen wichtiger bewertet als klimaaktive Bäume?
- Warum wurde der Erhalt der Platanen nicht von Anfang an als feste Rahmenbedingung in den Wettbewerb aufgenommen?
- Warum entscheidet ein externes Planungsbüro aus München über einen zentralen Teil unseres Stadtbildes – statt die örtlichen Gegebenheiten stärker einzubeziehen?
🌳 Der Bürgerentscheid macht Schluss mit einseitigen Prioritäten
Der 14. Dezember (Bürgerentscheid „Platanen bleiben“) gibt der Bevölkerung erstmals die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, was für Gerolzhofen wichtiger ist:
- Ein Marktplatz mit gewachsenen Bäumen, natürlichem Schatten und hoher Aufenthaltsqualität – oder
- ein Platz, der einem starren architektonischen Konzept folgt, bei dem Sichtachsen über dem Erhalt gesunder Natur stehen.
Die Platanen funktionieren – und seit 25 Jahren haben sie bewiesen, was ein Architekturkonzept erst in Jahrzehnten leisten könnte.
